2. März 2010

Chile Erdbeben verschiebt die Erdachse

Wie heute auf mehreren Blogs und Nachrichtenseiten zu lesen ist (Link, Link, Link) hatte das Erbeben am Samstag in Chile zur Folge, dass sich die Erdachse um 8 Zentimeter verschoben hat. Dies hat zur Folge, dass sich der Tag um 1,26 Millionstel Sekunden verkürzt.

Das Beben war das fünftstärkste jemals gemessene. Eine Auflistung der stärksten Beben aller Zeiten findet sich auf Spiegel.de.
Besondere Auswirkungen wird diese Verschiebung nicht haben, auch der Tsunami im Jahr 2004 hatte die Erdachse schon um 7 Zentimeter verschoben.

Wollen wir hoffen dass Gott noch eine Zeit lang Gnade walten lässt *daumendrück*

1. März 2010

Dein Job un Du

Eine Tatsache die mich immer wieder fasziniert ist wie effektiv Leute sich selber belügen und täuschen können, wenn es um ihren Beruf geht. Entweder muss man das Gefühl haben viele haben ihren Beruf nur um eine weitere Möglichkeit zu haben, sich über etwas zu beschweren, oder man glorifiziert seinen Beruf und nebenbei auch noch sich selber so sehr, dass man den Eindruck bekommt, sie sind in göttlicher Mission unterwegs.

Erstere sind diejenige, welche jede Möglichkeit nutzen um zu erzählen wie schlimm es läuft, schlechte Arbeitszeiten, wenig zu tun (austauschbar mit zu viel zu tun), nervige, dumme Mitarbeiter und vom Chef wollen wir lieber gar nicht erst anfangen. Ich könnte schon fast Mitleid bekommen, wenn nicht jedesmal in Neon-Leuchtschrift vor meinem inneren Auge die Frage(n) aufkommen:
Wieso erzählst du mir das?
Vor allem aber: Wieso arbeitest du dann noch da, wenn es doch scheinbar die (schlecht) bezahlte Hölle ist?
Jetzt bin ich mir der Einwände bewusste dass man nicht mal eben so seinen Beruf wechseln kann, vor allem in der momentanen Zeit nicht. Aber dann ist meine Bitte: Eintscheide dich für eine Seite, entweder übe deinen Beruf aus und lebe damit, oder such dir einen neuen und beschwer dich über den alten so viel wie du willst.
Ironischer weise sind die beschriebenen Leute meist in Positionen die man wohl eher der unteren Karriereebene zuordnen muss. Es ist nicht so, dass sie Vorstandsvorsitzender einer an der Börse notierten Firma sind, Chef von hunderten von Leuten oder überhaupt nur irgendwie unabdinglich wichtig für ihre Firma. Sie sind austauschbar! Nutzt den Vorteil ihr unmontivierten, schlecht ausgebildeten Nörgler!

Der zweite Typus ist da schon etwas komplizierter. Er erweckt den Eindruck sein Job rettet Leben, lässt den deutschen Wirtschaftsmotor weiter laufen und das auch noch völlig selbstlos. Er setzt sein Leben aufs Spiel um seinen Job auszuführen, kennt weder Gefahr nocht schlechtes Wetter. Problem an dieser Sichtweise ist, dass auch nur er das so sieht. Allerdings wird gerade in letzter Zeit dieses Bild immer öfter auch durch Medien vermittelt. Kein Tag an dem wir nicht von den gefährlichsten Berufen der Welt hören (Industrietaucher, Hochspannungstechniker, Kinderbetreuer bei IKEA), nicht verstehen dürfen, dass der größte Burger der Welt tatsächlich eine Leistung ist auf die man stolz sein kann.
Und durch diese mediale Symbiose zwischen möchtegern-wichtigen-Leuten und dem künstlichen Bild spannender, wichtiger und herausragender Tätigkeiten, sehen immer mehr diese Selbstblendung als Tatsache an.
Du hast nichts geleistet auf das du stolz sein kannst, wenn du einen 200 Kilo Burger gebraten hast. Das ist dumm! Nur weil vier Dutzend Dorftrottel gekommen sind um kostenlos zu essen und mal ein Kamerateam von Kabel1 zu sehen, wird der Trottelburger nicht wichtig!!
Nur weil du 50 Jahre lang 40 Stunden die Woche einem harten Beruf nachgegangen bist, ist nichts geschehen für das man Lob verdient hätte.
Ich sage ja nicht das ich den Gedanken nicht verstehe warum man sich selber einredet körperlich harte Arbeit sei irgendwie etwas auf das man mit Stolz zurück blicken kann, aber wenn gilt das nur für einen selber und für niemand sonst.
Wer erwartet nach Jahrzehnten harter Arbeit eine Urkunde zu bekommen mit der Aufrschrift: "Danke das sie sich so lange für uns kaputt gearbeitet haben. (P.S. Sorgen sie bitte dafür dass sie alle persönlichen Gegenstände bis spätestens morgen aus unserer Firma entfernt haben)", sollte sich ernsthaft nochmal Gedanken darüber machen was Arbeit bedeutet. Selbst wenn man eine gewisse Anerkennung erfährt, was zählt diese schon? Nur weil der Chef einen lobt, heißt das noch nicht das er ab jetzt die Drecksarbeit macht, sondern eher das er weiß welchen Effekt so ein Lob hat und nochmal ein klein wenig Motivation in den Gutgläubigkeitsofen schütten wollte.
Ich sage nichts gegen Leute die ihre Arbeit gerne machen, die sich wirklich kaputt Arbeiten und das Jahrzehnte lang. Aber wer nach diesen Jahrzehnten immer noch nicht verstanden hat, das nur weil er sich immer bemüht hat, niemand in 50 Jahren sagen wird: "Wisst ihr noch, damals der So-und-So, der wusste noch wie man richtig arbeitet". Niemand interessiert sich dafür wie hart oder auch nicht man arbeitet, außer der Chef oder die Arbeit hat Einfluss auf sehr viele Menschen.

Deshalb mein Arbeitszeugnis für alle die so ignorant über ihren Beruf denken:

Er hat sich stetig stark bemüht..

28. Februar 2010

Orca-Wal tötet SeaWorld Dompteurin

Wie am Donnerstag bekannt wurde, hatte am Mittwoch ein Orca-Wal seine Domteurin getötet. Der Vorfall ereignete sich in Orlando, Florida. Zunächst wurde berichtet der Wal habe seine Trainerin an der Hüfte gepackt, unter Wasser gezogen und so lange hin und her geschüttelt bis sie sich nicht mehr bewegt habe, woraufhin der Wal von ihr abgelassen hätte.

Mitlerweile geht man davon aus, dass der Orca den Pferdeschwanz der Dompteurin mit seinem Maul gepackt hat und dann unterwasser geschwommen ist. Der Leiter des SeaWorld-Parks vermutete, dass der Wal den Pferdeschwanz für ein Spielzeug hielt.
Gestern wurde der Betrieb wieder aufgenommen und gleichzeitig wurde bekanntgegeben, dass der Orca-Wal, mit Namen Tilikum, weiterhin in SeaWorld bleiben wird. Gerade diese Nachricht schien für viele besonders überraschend, da viele direkt vermuteten der Wale würde nach dem Vorfall getötet.
Und hier will ich meinen eigentlichen Blog anfangen. Wieso steht grundsätzlich nach ähnlichen Vorfällen die Frage im Raum ob das Tier getötet werden sollte? Die Frau ist tot, dem Orca-Wal ist das wahrscheinlich ziemlich egal, Punkt. Anscheinend ist der normale Gedankengang: Dieser böse, eingesperrte, dresierte Wal, wie kann er es wagen seine Dompteurin(!) zu töten, was für ein babarisches Wesen, lasst es uns umlegen.
Bin ich der einzigste der denkt: Man sperrt ein so riesiges, wildes Tier in ein kleines Aquarium und bringt ihm dämliche Kunstücke bei und wundert sich dann, dass irgendwann etwas schlimmes passiert? Allein schon die Versicheurng des Parkbetreibers, dass alle Mitarbeiter sich der Gefahr ständig bewusst sind. Wirklich?! Das muss wirklich extra erwähnt werden? Das Gegenteil wäre eine Erwähnung wert, nicht das Selbstverständliche.
Ich kann mich wirklich nicht als Tierfreund beschreiben, aber die Denkweise ein Tier zu töten nur wenn es etwas natürliches macht ist selbst für mich zweifelhaft. Mit ziemlicher Sicherheit wage ich zu behaupten der Orca hat nicht danach gefragt in ein Aquarium gesteckt zu werden, bescheuerte Kunststücke zu lernen und sich vor hunderten von Leuten zum Idioten zu machen, geschweige denn nach einer Trainerin, auf deren Gnade er angewiesen ist um etwas zu fressen zu bekommen.

An seiner Stelle hätte ich schon lange dafür gesorgt, dass ich auf das Wohlwollen der Dompteurin nicht mehr angewiesen bin.
Deshalb gehen meine Grüße an Tilikum, ich häts genau so gemacht!